Wir suchen für unsere Studie
Gehirn-Computer Schnittstelle - Kommunikation zwischen Gehirn und Computer
Patienten mit amyotropher Lateralsklerose oder anderen Krankheiten, in deren Folge die Möglichkeit zur Kommunikation mit der Umwelt beeinträchtigt ist.
Wir haben innerhalb der letzten 15 Jahre nachgewiesen, dass schwerstgelähmte Menschen mit unserer Gehirn-Computer-Schnittstelle kommunizieren können. Dazu ist keine Muskelbewegung wie bei der gesprochenen Sprache oder die Bedienung einer Tastatur nötig. Unter einer Gehirn-Computer-Schnittstelle verstehen wir eine Verbindung des Gehirns zum Computer. Dazu messen wir die Hirnströme, die in jedem Gehirn auftreten, mit kleinen Metallplättchen (Elektroden), die auf der Kopfoberfläche mit Hilfe einer Art Badekappe und einer Paste befestigt werden; die Paste kann mit lauwarmem Wasser wieder entfernt werden. Durch diese Elektroden machen wir den Verlauf der Hirnströme (EEG) auf einem Bildschirm sichtbar. Durch Training können Menschen lernen, den Verlauf der Hirnströme willentlich zu kontrollieren, um damit eine binäre Antwort zu geben, zum Beispiel: ?ja? und ?nein? oder ?an? und ?aus?. Damit kann man auch Buchstaben oder ganze Sätze in einem individuell auf den/die Benutzer/in abgestimmten Kommunikationsprogramm auswählen oder beispielsweise im Internet surfen. Es sei jedoch nachdrücklich darauf hingewiesen, dass das Lesen von Gedanken o.ä. nicht möglich ist, da nur willentlich vom Patient erzeugte Signale genutzt werden können und dass der Vorgang keine gesundheitlichen Risiken birgt.
Aktuell führen wir zwei Studien zur Weiterentwicklung unserer Gehirn-Computer-Schnittstellen durch:
Eines davon ist TOBI (Tools for Brain-Computer Interaction; deutsch Gehirn-Computer-Interaktion), ein internationales Forschungsprojekt der EU. TOBI hat die Weiterentwicklung praxisnaher Technologien der Gehirn-Computer-Schnittstellen zum Ziel. Zu diesem Zweck werden Prototypen entwickelt, die es ermöglichen die Gehirn-Computer-Schnittstellen mit bereits bestehenden Hilfsmitteltechnologien zu kombinieren. Mit der TOBI-Technologie soll die Lebensqualität von Menschen mit körperlichen Einschränkungen wesentlich verbessert werden.
Bisher lag das Hauptaugenmerk dieser Forschung auf einer hohen Signalqualität. Nun steht die Benutzerfreundlichkeit dieses Kommunikations- und Steuerungssystems im Mittelpunkt der Forschung. In einem ersten Schritt werden daher potenzielle Nutzer dieser Gehirn-Computer-Schnittstellen, z.B. ALS-Patienten, zu ihren Erfahrungen, Wünschen, Bedürfnissen und Zufriedenheit mit verschiedenen Hilfsmitteln in den Bereichen Kommunikation, Umfeldkontrolle, Computerzugang und Mobilität befragt.
Des Weiteren wird in Tübingen untersucht, unter welchen Bedingungen die Kommunikation mit der Gehirn-Computer-Schnittstelle erleichtert werden kann. D.h. welche Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz einer Gehirn-Computer-Schnittstelle gegeben sein müssen und wie die Kommunikationsgeräte optimiert werden können. Die Ergebnisse beider Untersuchungen werden maßgeblich in die weitere Entwicklung der Gehirn-Computer-Schnittstellen einfließen.
Für Patienten im süddeutschen Raum besteht die Möglichkeit an diesen Studien teilzunehmen. Dies bietet Ihnen die Gelegenheit, sich ein Bild von unserer Forschung zu machen und - sofern gewünscht ? an weiteren Studien in der Zukunft teilzunehmen. Die Datenerhebung kann bei den Patienten zu Hause durchgeführt werden.
Weitere Informationen siehe Faltblatt.
Bitte wenden Sie sich bei Interesse an:
Dipl.-Psych. Sonja Kleih (07071-297 8295)
Dipl.-Psych. Claudia Zickler (07071-297 4222)
Das zweite Projekt befasst sich mit der Ermöglichung der Kommunikation für diejenigen Patienten, deren Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist und die daher ganz besonders auf die Benutzung von Gehirn-Computer-Schnittstellen angewiesen sind. Hier soll speziell für die Bedürfnisse von Patienten mit weiter entwickelten Lähmungen und Sprachproblemen ein zuverlässiges Kommunikationssystem entwickelt werden. Ziel der Studie ist, in allen Stadien der Krankheit eine grundlegende Kommunikation zu gewährleisten.
Dipl.- Psych. Carolin Ruf (07071 2974222)


